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Im Kampf um den Verbleib bei Olympia hat der Internationale Ringer-Weltverband (FILA) seine Regeln ab dem 1. August einmal mehr verändert. Diese Änderungen greifen zum Start der Punkterunde Ende August, Anfang September.

Zwei Runden zu drei Minuten

Die gravierendste "Korrektur" ist die Änderung der Kampfzeit zurück zu zwei Runden zu je drei Minuten bei Männern, Frauen und Junioren, mit 30 Sekunden Pause. Bei den Schülern und Jugend wird zwei Runden zu je zwei Minuten gekämpft. Verlängerungen gibt es künftig nicht mehr. Gegenüber der bisherigen Regelung werden die Punkte aus beiden Runden zusammengezählt.

Beendet ist der Kampf wie bisher bei einem Schultersieg, aber auch bei technischer Überlegenheit ab elf Punkten. Weiterhin ist der Kampf beendet bei einer zweiten Aktion, die mit fünf Punkten bewertet wird. Bei Punktgleichheit ist Sieger, wer die meisten höchsten Wertungen erzielt hat. Bei Gleichstand entscheiden die ausgesprochenen Verwarnungen.

Neu ist auch die (alte) Regelung, wonach bei einem eigenen Angriff, der den ausführenden Ringer in die Unterlage bringt, der Kampf unterbrochen und ohne Wertung im Stand fortgesetzt wird. Bringt man seinen Gegner vom Stand in die Unterlage und beherrscht ihn, erhält man zwei anstatt wie bisher einen Punkt.

Viel verspricht sich der Ringerverband von den neuen Regeln zur Bekämpfung der Passivität. Hier gibt es jedoch unterschiedliche Auslegungen für den freien und den griechisch-römischen Stil. Im Freistil erhält der passive Ringer zunächst eine Ermahnung und muss innerhalb von 30 Sekunden eine Wertung erzielen. Schafft er dies nicht, erhält der aktivere Ringer einen Punkt und der passive eine Verwarnung.

Im griechisch-römischen Stil erhält der passive Ringer zunächst eine Ermahnung. Ist er weiter passiv, wird eine Verwarnung ausgesprochen und der Aktivere kann zwischen Stand- oder Bodenkampf wählen. Der "Obermann" muss gegenüber der bisherigen Regelung nicht unbedingt eine Wertung erzielen. Beim dritten Verstoß (wiederholte Passivität) erhält der Aktivere einen Punkt und kann die Fortsetzung des Kampfes im Stand- beziehungsweise Bodenkampf wählen. Beim vierten Passivitätsverstoß wird der Kampf beendet und der aktivere Ringer erhält - genau wie beim Schultersieg - 4:0-Mannschaftspunkte.