Jessi

Längst haben die Frauen und Mädchen die Männerdomäne "Ringkampf" gestürmt und mit vier von sieben Gewichtsklassen gar ihren Platz im olympischen Programm. Der Deutsche Ringer-Bund war einer der ersten Verbände, die sich dem Frauen-Ringkampf öffneten. Seit 25 Jahren gibt es internationale Meisterschaften im Frauenbereich und von Beginn an kämpften die deutschen Damen neben Norwegen, Frankreich, China, Japan, Kanada und den USA um die Titel und Medaillen.

Jessica Bechtel, geboren am 3.10.84 in Frankenthal, ist ebenfalls eine deutsche Ringerin. Sie stammt aus einer Familie, in der schon seit Generationen gerungen wird. Zu ihren Hobbys zählen das Inline-Skaten und natürlich das Ringen. Außerdem ist sie eine sehr gute Schwimmerin. Das Ringen liegt bei den Bechtels in der Familie. Ihr Bruder Marco, der seit 2004 für den RSC Laudenbach auf die Matte geht und zudem als Co-Trainer fungiert, ist ebenfalls ein sehr hoffnungsvolles und erfolgreiches Talent.  Zum Ringen kam Jessica im Alter von 8 Jahren durch ihren Onkel Rosario Schmitt, der wie Jessica beim ASV Ludwigshafen das Ringen erlernte und mehrfacher Deutscher Meister und eine internationale Größe war.

Jennifer wuchs im Laufe der Jahre bei einer Größe von 1,58 Meter in die Gewichtsklasse bis 55 kg Körpergewicht hinein. Trainiert wurde sie seit dem Jahr 2000 von Waldemar Galwas, in der Nationalmannschaft kam Jürgen Scheibe als Trainer hinzu. Um ihren Sport erfolgreich ausüben zu können, trat sie in die Bundeswehr ein und wurde Mitglied einer Sportförderkompanie. Durch ihren Beruf hat sie die besten Voraussetzungen, um auch weiterhin viele Erfolge einzufahren.

1997 belegte sie bei der internationalen deutschen Meisterschaft bei den Juniorinnen in der Gewichtsklasse bis 40 kg den 3. Platz und bei der deutschen Jugendmeisterschaft in der gleichen Gewichtsklasse den 2. Platz. Damit hatte sie nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. 1998 belegte sie bei der deutschen Jugendmeisterschaft (bis 58 kg) den 3. Platz und 1999 wurde sie erstmals deutsche Jugendmeisterin (bis 49 kg). 2000 kam sie bei der deutschen Jugendmeisterschaft in der Gewichtsklasse bis 52 kg auf den 2. Platz und 2001 holte sie sich in der gleichen Gewichtsklasse zum zweiten Mal den deutschen Meistertitel bei der Jugend.

Bei den Erwachsenen (Aktive) gewann Jessica Bechtel im Jahre 2002 ihren ersten deutschen Meistertitel in der Gewichtsklasse bis 51 kg. Danach holte sie sich in den Jahren 2005, 2006, 2007 und 2008 den deutschen Meistertitel in der Gewichtsklasse bis 55 kg. 2003, 2004, 2010 und jüngst 2012 wurde sie deutsche Vize-Meisterin.

Im internationalen Bereich begannen ihre Erfolge im Jahre 2000 mit einem 4. Platz bei der Junioren-Europameisterschaft (Cadets) in Bratislava in der Gewichtsklasse bis 49 kg. Ein Jahr später, 2001, wurde sie dann in Izmir Europameisterin (Cadets) in der Gewichtsklasse bis 52 kg. Sie besiegte dabei mit Kaschtschewa aus Weißrussland, Marta Paciorek aus Polen, Elena Tschalygina aus Russland und Julia Golowina aus der Ukraine vier starke Ringerinnen aus den ehemaligen Ostblock-Staaten.

2002 erreichte Jessica Bechtel bei der Europameisterschaft in Seinäjoki/Finnland in der Gewichtsklasse bis 51 kg einen guten 5. Platz und 2003 wurde sie bei der Junioren-Weltmeisterschaft (Juniors) in Istanbul in der Gewichtsklasse bis 55 kg Vize-Weltmeisterin. Bei der Europameisterschaft 2004 in Haparanda erreichte sie in der Gewichtsklasse bis 51 kg den 6. Platz und einige Monate später wurde sie in Sofia in der Gewichtsklasse bis 55 kg Junioren-Europameisterin (Juniors).

Während ihrer Laufbahn startete sie für ASV Ludwigshafen, AC Laubenheim, VfK 07 Schifferstadt und KSG Ludwigshafen. Seit Anfang 2012 vertritt Jessica auf Turnieren und Meisterschaften die Farben des RSC Laudenbach. Der 1. Vorsitzende Jürgen Zang freut sich über so viel Frauenpower an der Bergstraße: Die Vereine müssen sich davon überzeugen lassen, dass es sich auch lohnt, Mädchen zu fördern. Oft denken die Vereine nur an morgen und nicht an übermorgen. Auch wenn die Mädchen vielleicht nicht bis in die Spitze kommen, so werden vielleicht viele von ihnen im Verein bleiben, werden Helfer, machen eine Kampfrichterausbildung, bringen ihre eigenen Kinder in den Verein. Der Weg muss weiter in diese Richtungen gehen; Zusammenarbeit – auch auf Vereinsebene – um eine bessere Trainingsqualität zu erreichen“.