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Es war ein seltener Glücksfall für den RSC Laudenbach, dass Ömer Sevgi hier vor 17 Jahren seine sportliche Heimat fand. Als er mit 22 Jahren in die RSC-Reihen stieß, nahmen ihn Theo Geiger und seine Ehefrau Helga bei sich auf und umsorgten ihn wie einen eigenen Sohn, wobei Theo Geiger bei der Firma Braas (Hemsbach) auch eine Arbeitsstelle vermittelte. Noch heute spricht Ömer Sevgi über die Eheleute Geiger dankbar von „Vater und Mutter“.

Dieses intensive menschliche Bemühen, ohnehin eine der traditionellen Stärken innerhalb der RSC-Familie, band den Ausnahmeringer an den Verein und er dankte es ihm mit erstklassigen Leistungen über viele Jahre. Im Rückblick sieht Karl Beck jun., der alle Aktiven seit über 50 Jahren miterlebt hat und beurteilen kann, in Sevgi den komplettesten und perfektesten Ringer in der Vereinsgeschichte, zumal er den klassischen und den freien Stil gleichermaßen beherrschte.

Sevgi widerstand allen, auch noch so attraktiven Abwerbeversuchen höherklassiger Mannschaften und hielt an seinem Ziel fest, einmal mit „seinem“ RSC in die zweite Bundesliga aufzusteigen. So war es für ihn besonders tragisch, dass er nach der Oberligameisterschaft und dem Aufstieg in die Regionalliga durch eine schwere Knieverletzung der Mannschaft nicht zur Verfügung stand. Was zunächst als Routineoperation anmutete, führte letztlich zu einem künstlichen Kniegelenk und damit zum Ende einer beeindruckenden Ringerlaufbahn.

Sevgi bleibt dem RSC aber auch im Sportbetrieb weiter erhalten. Er unterstützt Osman Demirci am Mattenrand und gibt seine Erfahrungen und sein Können an den Ringernachwuchs weiter, für den er ein sportliches Idol bleibt. Sevgi ist verheiratet und hat vier Kinder. Seine ausgeprägte Kinderliebe und seine soziale Verantwortung machten ihn auch zu einem der Initiatoren der großen Benefizveranstaltung für türkische Waisenkinder im Jahr 2000.