Stand 28.03.2008

Jahre des Aufbaus und Erster Weltkrieg

15 Freunde des Ring- und Stemmsportes gründeten im Jahr 1908 im Gasthaus „Zum Schwanen“ den Ring- und Stemmclub (RSC) Laudenbach als zweitältesten örtlichen Sportverein. Zu den RSC-Gründern zählten der spätere Bürgermeister Adam Thron und weiter  Adam Spengler, Adam Neuthinger, Philipp Griesheimer, Philipp Rauch, Nikolaus Hildenbrand und Karl Pfleger. Der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende August Hildenbrand schloss sich ebenfalls bereits im Jahr 1908 als Jugendlicher im Alter von zehn Jahren dem Verein an. Zum Ersten Vorsitzenden der Vereinsgeschichte wurde Nikolaus Fröhner gewählt, dem allerdings schon ein Jahr später Georg Geiger in diesem Amt folgte. Nach dessen Tod im April 1912 übernahm Johann Hertinger den Vorsitz.

Die sportlichen Anfänge waren bescheiden. Man fertigte sich eine Ringmatte aus Juteleinen mit Strohfüllung. Wenngleich die Übungsstunden gut besucht waren, machte die sportliche Entwicklung auch mangels eines Übungsleiters nur bescheidene Fortschritte. Deshalb erwarb man Lehrbücher eines damaligen Berufsringers und bildete sich mit ihrer Hilfe fort. Dennoch müssen bereits in diesen ersten Jahren trotz des ständigen Vorstandswechsels und Trainermangels von dem noch jungen Verein große Aktivitäten ausgegangen sein. 1910 wurde ein Sportfest mit 170 Kraftsportlern organisiert, 1911 folgte wahrscheinlich ein weiteres. Jedenfalls heißt es im Protokoll des Gemeinderates vom 11.08.1911: „Dem Gesuch des Athletenvereins zur Überlassung des neuen Schulhofes als Festplatz am 3. September wird entsprochen“.

1913 übernahm Philipp Weigele bis zu seiner Einberufung zum Wehrdienst die Führung der Vereinsgeschäfte und es gab ein weiteres Sportfest, bei dem erstmals auch der Pyramidenbau gezeigt wurde. Weiter wurde in den Anfangsjahren entsprechend dem Vereinsnamen das Gewichtheben und Stemmstoßen gepflegt. In der Chronik zum 60-jährigen Jubiläum, als die fünf Gründungsmitglieder noch Zeugnis legen konnten, werden die Jahre des Aufbaus bis zum Ersten Weltkrieg als eine Epoche beschrieben, in der es „stets vorwärts gegangen ist“. Dies betrifft auch die Zahl der Aktiven. Diese machte es erforderlich, in das gegenüberliegende Gasthaus „Zur Krone“ überzusiedeln und in diesem zeitlichen Kontext wurde auch die erste „richtige“ Ringermatte angeschafft. Der Verein schloss sich seinerzeit dem Rheinhessischen Kraftsportverband mit Sitz in Worms an, um gegen entsprechende Gegner kämpfen zu können. Die ersten Kämpfe wurden mit gutem Erfolg in Worms und Guntersblum ausgetragen.

Dieser positiven Entwicklung des noch jungen Vereins gebot der Erste Weltkrieg Einhalt. Viele Vereinsmitglieder wurden zum Wehrdienst einberufen und man hatte zahlreiche Opfer zu beklagen. In Laudenbach ließen 71 Männer im Feld ihr Leben, elf starben an den Folgen des Krieges.

Zweite Phase des Aufbaus ab 1918 – Beginn der Ära Hildenbrand

Nach Kriegsende übernahm Adam Thron den Vorsitz bis zum Jahr 1922. Nach kurzen Amtszeiten von Karl Hertinger und Friedrich Spengler begann noch 1922 mit der Wahl von August Hildenbrand eine im Verein bis heute einzigartige 30-jährige Ära. Unter Thron und Hildenbrand nahm der Verein einen enormen Aufschwung. Neben den klassischen Sportarten im Verein, Ringen und Gewichtheben, wurde auch Pyramidenbau betrieben und als Besonderheit besaß der Verein zum besonderen Stolz seiner Führung einen eigenen Spielmannszug, dem zwölf Schüler angehörten. Als weitere Sportart wurde Fußball in einer eigenen Abteilung mit drei Mannschaften (zwei Aktive, eine Jugendmannschaft) betrieben. Zuvor gab es bereits in der Turngemeinde von 1919 bis 1921 eine Fußballabteilung und mit der Gründung des Sportvereins 1928 hatte der Fußball im Ort seinen eigenen Verein gefunden.

Die Vereinsfahne wurde in der Mitte der 20er Jahren geweiht. Der RSC gehörte dem Arbeiterturn- und -sportbund an und er war seinerzeit, auch aufgrund der politischen Einstellung der Verantwortlichen, fest in die örtliche Arbeiterbewegung integriert. In den Protokollen des SPD-Ortsvereins finden sich Hinweise auf gemeinsame Veranstaltungen wie z. B. eine gemeinsame Maifeier, an deren Programm man mit „athletischen Aufführungen“ mitwirkte. Weiter belegen dies zwei Ehrenurkunden über Erfolge bei zwei Sportfesten des Arbeiter- und Athletenbundes Deutschland 1928 und 1929. 1928 wurde das Bezirksfest in Laudenbach ausgetragen, so dass es naheliegt, dass dies ein Beitrag zum 20-jährigen Bestehen war.

Nazizeit – Zweiter Weltkrieg – und neuerlicher Wiederaufbau

Der Beginn der nationalsozialistischen Machtergreifung markierte das vorläufige Ende des seinerzeit gut aufgestellten Vereins. Er verfügte 1933 über 52 Mitglieder. In den Jahren zuvor zeugen einige erhaltene Urkunden von den Erfolgen von Laudenbacher Ringern. Der spätere Vorsitzende Ernst Gaßmann siegte 1929 beim Kreisfest des 14. Kreises des „Arbeiter-Athletenbundes Deutschland“ in Dieburg und ein Jahr später beim Bezirksfest in Rimbach. 1932 holte sich Heinrich Knust den Sieg im Freiringen beim Gauvolksturnier in Neckarhausen und ein Jahr später siegte er im Mittelgewicht vor Tausenden von Zuschauern im Freiringen beim Deutschen Turnfest in Stuttgart.

Der Verein wurde 1933 zunächst aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt. 1935 durfte er allerdings wieder unter den damaligen restriktiven Rahmenbedingungen seinen Betrieb aufnehmen. Er hatte allerdings bereits zahlreiche Austritte verbuchen müssen und zählte zum 31.12.1935 nur noch 31 Mitglieder, 1936 dann wieder 37 Mitglieder, 1939 weist das Mitgliederbuch 25, 1941 nur noch elf Namen aus. Der Zweite Weltkrieg markierte wie für das Land insgesamt und die Gemeinde, die 181, bezieht man die Gefallenen der hier eingebürgerten Vertriebenen mit ein, sogar 226 Gefallene zu beklagen hatte, auch für den Verein einen herben Einschnitt. 32 tote und vermisste Mitglieder, darunter auch zahlreiche aktive Sportler, waren zu beklagen.

Die Strukturen des Vereins waren nach dem totalen Zusammenbruch wieder neu aufzubauen und wie bereits nach dem Ersten Weltkrieg waren es erneut August Hildenbrand und Adam Thron, die das Vereinsschiff wieder auf Kurs brachten. August Hildenbrand übernahm das Amt des Vorsitzenden; Adam Thron jenes des Kassierers. Nachdem die jungen Sportler teilweise im Krieg ihr Leben lassen mussten, wurde der in der „Krone“ stattfindende Sportbetrieb in der Kreisklasse mit überwiegend älteren Ringern wieder aufgenommen.

Erfolgreicher Sportbetrieb im Nachwuchsbereich/Tragischer Sportunfall

1947 zählte der Verein bereits wieder 64 Mitglieder, 1952 zum Jahresende nach zahlreichen Eintritten 91 Mitglieder. Ein tragischer Sportunfall ließ den Verein im Jahr 1951 kurzfristig erstarren. Am 20. Mai 1951 nahm Fred Batke bei einem Freistilturnier in Mannheim-Feudenheim teil. Im Finalkampf stürzte er auf den damals noch üblichen Mattenrahmen aus Holz, zog sich einen Genickbruch zu und verstarb kurze Zeit später im Mannheimer Klinikum.

Der Verein war Anfang der 50er Jahre gut aufgestellt und es gab auch Aktivitäten neben dem Mattengeschehen. So entstand Anfang der 50er Jahre eine Mädchen- und Damengymnastikgruppe, die ihre Trainingsstunden im Vereinslokal „Krone“ abhielt. Weiter gab es am Rosenmontag ebenfalls in der „Krone“ einen Kindermaskenball, für den die Aktiven mit einem Umzug warben.

Im Sportbetrieb konnte Karl Beck, sen. mit großem Erfolg seine weitsichtige Nachwuchsgewinnung und -förderung fortsetzen und der Verein konnte bald Kreis-, Nordbadische und Gesamtbadische Meisterschaften feiern. So holte die Jugend in der Runde 1951/1952 bei den Nordbadischen Meisterschaften den zweiten Platz. 1952 holte sich die Jugend den Kreismeistertitel: 1953 konnten im Verein fünf Badische Meisterschaften gefeiert werden. 1954 gelang den Aktiven der Aufstieg in die Landesliga und sieben RSC-Ringer nahmen an den ersten gesamtdeutschen Meisterschaften in Leipzig teil. Die kontinuierliche Arbeit des unvergessenen Karl Beck senior, der die Schüler in die Jugendmannschaft überleitete und sukzessive förderte, mündete in großartige Erfolge, allen voran durch seine Söhne Hans und Karl, die später nicht nur als Aktive, sondern auch als Trainer und Sportwart wichtige Funktionen im Verein einnehmen und damit in die Fußstapfen ihres Vaters treten sollten. Beck wurde in diesen Jahren des Aufbaus in großartiger Weise unterstützt durch Mathias Kungl sen., der für die jungen Aktiven eine große Stütze darstellte. „Er war die gute Seele für uns junge Ringer“, erinnert sich Karl Beck jun. in großer Dankbarkeit.

Immer wieder holten die Ringer bei Turnieren schöne Pokale und häufig wurden sie dann am Bahnhof vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr abgeholt und in einem „Triumphzug“ zur Vereinsgaststätte „Krone“ geleitet, wo dann kräftig gefeiert wurde. Neben den Brüdern Beck waren u. a. Ottmar Eckstein, Fritz Eckstein, Manfred Rauch, Heinz Knust, Walter Knust, Günther Knust, Rolf Keßler, Matthias Kungl, Franz Rößling, Horst Berg und später Werner Stein, Karlheinz Schüßler und Karl Jülch bei Meisterschaften erfolgreich. In der Vereinsführung folgten auf August Hildenbrand, der aufgrund seiner überragenden Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, ab 1952 Josef Wieninger, 1955 Otto Krastel und später Hans Keßler und Richard Zink.

50-jähriges Bestehen und Oberliga-Aufstieg

Das Jahr 1958 stand im Zeichen des 50-jährigen Bestehens vom 16. – 19. Mai unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Adam Thron. Vorsitzender des Festausschusses war Ehrenvorsitzender August Hildenbrand. In das Jubiläumsjahr ging man mit 83 Mitgliedern, zum Jahresende waren es 90 Mitglieder. Beim Festkommers am Samstagabend in der aus allen Nähten platzenden Turnhalle konnte Vorsitzender Otto Krastel viele Festgäste begrüßen und zahlreiche Mitglieder wurden für langjährige Mitgliedschaft geehrt. Neben den Gründungsmitgliedern wurden Heinrich Thron, Jakob Rembert, Simon Fink, August Wolf, Adam Hopp, Georg Graab, August Hildenbrand, Otto Neuthinger, Karl Weigele, Karl Hertinger, Karl Schmitt, Willi Geiger und Gustav Fink für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Sie alle waren folglich in den ersten zehn Jahren des Vereinsbestehens dem RSC beigetreten. Der Sonntag stand im Zeichen des Jubiläumsturniers und eines Festzugs und wurde mit einem Tanzabend in der Turnhalle beschlossen. Der Montag wurde mit Frühschoppenkonzert, Belustigungen für Jung und Alt und nochmaligem Tanzabend gefeiert. Die Berichterstattung in den „Weinheimer Nachrichten“ am Dienstag, 20. Mai 1958 zog folgendes Resümee: „Der Jubelverein hat sich nach dem reibungslos abgelaufenen Fest ein weiteres Ruhmesblatt in seine 50-jährige Vereinschronik eingefügt.“

Als Höhepunkt in der örtlichen Ringergeschichte gilt bis heute der Aufstieg von der Landesliga in die damals höchste Klasse, die Oberliga in der Runde 1959/1960, die ganz wesentlich auf der glänzenden Aufbauarbeit von Karl Beck beruhte. Die Mannschaft bestand – mit Ausnahme von Rudi Deckert (KSV Sulzbach) ausschließlich aus RSC-Eigengewächsen und sie war im Rückblick sicherlich die beste RSC-Mannschaft in der gesamten Vereinsgeschichte. Das Potenzial der Sportler erkennend, verpflichtete der Verein den erfahrenen und erfolgreichen Trainer Heinrich Keller, dessen Arbeit mit dem Oberligaaufstieg reiche Ernte einbrachte. Bereits zuvor hatte der RSC Laudenbach bei den Kreismeisterschaften 1959 in Mannheim als erfolgreichster Verein sein Können unter Beweis gestellt. Zwei Jahre konnte sich der Verein in dieser Klasse halten, ehe er wieder in der Landesliga auf Punktejagd ging. Hans Beck zeichnete in den 60er Jahren, in denen man auch bei den Kämpfen 1963 vom bisherigen Krone- in den Einhornsaal wechselte, als Trainer verantwortlich. Das „Einhorn“ wurde seit 1959 von dem Ringer Heinz Knust und seiner Ehefrau Linda (einer Tochter von Ernst Gaßmann) bewirtschaftet. Becks Können blieb nicht unbemerkt, so dass er auf Verbandsebene zum besonderen Stolz des Vereins zu höheren Weihen kam. So stand er beispielsweise in einer Auswahlmannschaft gemeinsam mit der Schifferstadter Ringerlegende Wilfried Dietrich in einem Kampf gegen Schweden, ein bleibendes Erlebnis in Becks erfolgreichem Sportlerleben.

Nach dem Veranstaltungskalender des örtlichen „Sport- und Kulturausschusses“ herrschte in jenen Jahren ein reges Vereinsleben. Maskenbälle und Weihnachtsfeiern fanden in der „Krone“ statt. 1959 war am 13./14. Juni ein Sommernachtsfest im Schulhof ausgewiesen. 1960 tanzte man in den Mai. Am 5. Mai 1962 war übrigens erstmals statt des „Maskenballs“ ein „Rosenmontagsball“ ausgewiesen. 1962 fand das Sommernachtsfest am 28./29. Juli in der Turnhalle statt und wurde 1963 am 27./28. Juli an gleicher Stelle wiederholt. 1964 wurde das Sommernachtsfest am 25. Juli am nächsten Tag mit einem Pokalringen fortgesetzt. Auch 1965 traf sich die Vereinsfamilie am 17./18. Juli zum Sommernachtsfest und am 15. August 1965 wurde ein Familienausflug organisiert.

Mitte der 60er Jahre erlebte der Verein einen deutlichen Mitgliederzuwachs. 1965 wuchs der Verein binnen eines Jahres von 85 auf 103 Mitglieder an. 1967 fand statt des Sommernachtsfestes am 27. Mai 1967 ein Frühlingsfest in der Turnhalle statt. In das Jubiläumsjahr 1968 ging der Verein mit 120 Mitgliedern.

60-jähriges Jubiläum und Krisenzeit

Sein 60-jähriges Jubiläum feierte der Verein am 13. und 14. Juli in der Turnhalle der Turngemeinde, verbunden mit einem Pokal-Ringen. Vorsitzender war seinerzeit Ernst Gaßmann. Gehen von Jubiläen häufig Impulse für eine weitere erfolgreiche Entwicklung aus, so verliefen die Folgejahre beim RSC leider gegenläufig. Der Verein geriet Anfang der 70er Jahre auch in Folge häufigen Führungswechsels in eine Krise, hielt aber an seinen tradierten Vereinsveranstaltungen fest. Der Terminkalender des Sport- und Kulturausschusses, der sich ab 1969 in gleicher Zusammensetzung in „Arbeitsgemeinschaft Laudenbacher Vereine (ALV)“  umbenannte, weist jedenfalls für die Jahre 1969, 1970 und 1971 Sommernachtsfeste in der Turnhalle aus, die am folgenden Tag mit einem Pokalringen fortgesetzt werden. Die Mitgliederzahl sank auf 93 im Jahr 1970. Leider konnte hier auch nicht mehr Altbürgermeister und Ehrenmitglied Adam Thron helfen, das RSC-Schiff wieder in ruhige Gewässer zu steuern. Er verstarb Ende Februar 1972 und bei der Trauerfeier am 1. März würdigte ihn sein Nachfolger Fritz Kaiser als einen Mann, der „die Erfüllung seines Lebens im Dienst an der Allgemeinheit sah“.

In der Generalversammlung am 9. März 1973 deutete sich dann wieder eine Trendumkehr an. Stellten sich zunächst wieder Erfolge beim Nachwuchs ein, für den 1973 und 1974 Schüler- und Jugendturniere in der Turnhalle durchgeführt wurden, so gelang es Hans Beck, Karl Beck und Theo Geiger nach einjähriger Pause im Ringsport am Ort, auch bei den Aktiven wieder eine starke Mannschaft aufzubauen, die im Jahr 1973 zum 65. Geburtstag des Vereins die Meisterschaft in der Kreisklasse B und damit den Aufstieg in die Kreisklasse A  feiern konnte. Bei der Meisterschaftsfeier sprach Bürgermeister Fritz Kaiser von „der Bedeutung dieser Meisterschaft zu einer Zeit, wo nach verhältnismäßig düsteren Tagen dieser schöne Erfolg habe errungen werden können … Dies ist eine außerordentliche Leistung, die der Verein, sein Vorstand und nicht zuletzt die Sportler vollbracht haben“, so Kaiser.

Die Entwicklung im Sportbetrieb wurde auch begünstigt durch den Bau der Bergstraßenhalle, die nach Inbetriebnahme im Herbst 1974 und ihrer Einweihung im Februar 1975 nicht nur optimierte Trainings- und Kampfmöglichkeiten bot, sondern dem Verein, der seinerzeit mutig und vorausschauend seinen Rosenmontagsball vom Einhornsaal in diese Halle verlegte, vorher nicht erzielbare Einkommensmöglichkeiten schuf. Über viele Jahre war diese Veranstaltung, an der der Verein bis heute mit großem Erfolg festhält, die größte Einnahmequelle. Die neuen Möglichkeiten wurden auch genutzt, jährlich im Herbst über Jahrzehnte zu einem Schüler- und Jugendturnier einzuladen. Bereits am 1. März 1975 war der RSC aufgrund der neuen Möglichkeiten Gastgeber der Nordbadischen Ringermeisterschaften der Jugend und Senioren im freien Stil. Bei der Einweihung der Halle hatte man den bekannten Ringer Adolf Seeger, zweifacher Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 und zweifacher Weltmeister, zu Gast, der gegen das Hemsbacher Aushängeschild Karl-Heinz Fettel seinerzeit Ringersport vom Feinsten demonstrierte. Im Jahr 1975 schloss auch das handschriftlich geführte Mitgliederbuch – einzig erhaltenes Dokument, das in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückreicht – mit 125 Mitgliedern und drei Jugendlichen.

Gründung der Kunstradsportabteilung

Ein wichtiger Meilenstein in der Vereinsgeschichte markiert das Jahr 1974, als in der Vorstandssitzung am 21. Juni beschlossen wurde, eine Kunstradsportabteilung zu gründen. Zum Abteilungsleiter wurde Ferdinand Knapp gewählt. Der Sportbetrieb wurde seinerzeit mit einem Leihrad mit Unterstützung von Horst Geiger unter Leitung von Inge Zipfel aufgenommen. Dank einer Spende des Ehrenvorsitzenden August Hildenbrand konnte schnell ein eigenes Fahrrad beschafft werden. Nicht einmal ein Jahr nach der Gründung wurde dem Verein die Austragung der Kreismeisterschaft am 13. April 1975 in der gerade zwei Monate zuvor eröffneten Bergstraßenhalle übertragen. Am 16./17. August 1975 lud der Verein zu einem zweitägigen Grillfest auf den Waldgrillplatz ein. Die Kunstradabteilung nahm in der Folge eine beispielhafte, überaus dynamische Aufwärtsentwicklung, wobei die Damen Hedi Wieblinger und Margarete Hack, unterstützt von Anton Hack, dem „Mann der ersten Stunde“, Ferdinand Knapp in der Abteilungsverantwortung folgten.

1976 wurde der RSC vom Bund Deutscher Radfahrer, Kreis Mannheim-Heidelberg, mit der Ausrichtung der Kreismeisterschaften im Straßenfahren beauftragt. Auf dem 800 Meter langen Rundkurs durch „Laudenbach-Nord“ waren auch die Mannheimer Fahrer des Olympiakaders Peter Weibel, der spätere langjährige Bundestrainer, und Heinz Brehm am Start. Ebenfalls 1976 führte der Verein am 21./22. August auf dem Waldgrillplatz ein zweitägiges Grillfest durch. Im Ringen wurde die erste Mannschaft 1975 Vizemeister der Landesliga und die zweite Mannschaft Vierter der Kreisklasse B. Weiter richtete man die so genannten „Erstlingsmeisterschaften“ aus. In der Hauptversammlung 1976 wurde Walter Fleischhauer als Vorsitzender bestätigt und im Kunstradfahren stand mit Anke Geiger als Dritte erstmals eine Kunstradsportlerin bei Kreismeisterschaften auf dem Treppchen. 1977 wurde der bisherige zweite Vorsitzende, Theo Geiger, nach dem Rücktritt Fleischhauers zum Vorsitzenden gewählt. Am Himmelfahrtstag wurde ein Grillfest organisiert. Unter Trainer Bernd Hoppe musste im Ringen der Abstieg von der Landesliga in die Kreisklasse A hingenommen werden. Für eine erfreuliche Meldung sorgte Reiner Rodenheber, der sich in der Klasse bis 52 kg die Kreismeisterschaft sicherte. Eine Besonderheit stellte in jener Zeit die Konstellation dar, dass drei Brüder der Familie Böhm in der ersten Mannschaft aktiv waren: die Zwillinge Bernd und Wolfgang sowie Gerhard Böhm. Sie knüpften damit an die RSC-Tradition der 50er Jahre an, als Walter, Heinz und Günter Knust in der Mannschaft standen.

Im Kunstradfahren löste Karlheinz Steffen Angelika Siebold als Trainer ab. Bei den Kreismeisterschaften in Hemsbach konnten die Schülerinnen und Schüler gute Platzierungen herausfahren und vom 8. bis 12. Juni richtete der Verein auf dem Sportplatz ein Schüler- und Jugendzeltlager des Radsportkreises Rhein-Neckar aus. Zusätzlich wurden am 4. Juni die Kreismeisterschaften durchgeführt. 1978 fuhren Anke Geiger/Susanne Hack im Zweier die erste Badische Meisterschaft im Kunstradfahren für den Verein aus. Im Jahr darauf, als der RSC am 16. September 1979 erstmals die Badischen Meisterschaften ausrichtete, fuhren sie zur Vizemeisterschaft. Die Ringermannschaft behauptete sich mit Trainer Rudi Schmidt Ende der 70er Jahre in der Kreisklasse A. Am 20./21. Mai 1979 wurde auf dem Grillplatz ein zweitägiges Grillfest organisiert. Im Ringen war der RSC im September 1979 Gastgeber der Gesamtbadischen Meisterschaft. Im Jahr 1980 wurde Theo Geiger in der Hauptversammlung als Vorsitzender bestätigt. Weiter wurde die Absicht verkündet, wieder eine Schüler- und Jugendmannschaft im Ringen aufstellen zu wollen. Bei den Badischen Kunstradmeisterschaften standen Anke Geiger/Susanne Hack im Zweier erneut ganz oben auf dem Treppchen. Weiter startete Susanne Hack bei einem Ländervergleichskampf für Nordbaden gegen Vorarlberg am 29.11.1980 in Mannheim und am 27.06.1981 in Memmingen mit großem Erfolg, als sie einen 3. und einen 2. Platz ausfuhr.

Klaus Ehret übernimmt den Vereinsvorsitz

1981 gab es einen neuerlichen Führungswechsel. Auf Theo Geiger folgte Klaus Ehret. Es wurde neben dem traditionellen Waldgrillfest der Einstieg in das ein Jahr zuvor vom örtlichen CDU-Gemeindeverband wiederbelebte Kerwegeschehen geprobt. Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt bewirtschaftete man eine Straußwirtschaft. Weiter wurden im Juli 1981 die Kreismeisterschaften im Ringen ausgetragen. Im Ringen wurde man in der Kreisklasse A Sechster und konnte den ein Jahr zuvor in der Jahreshauptversammlung verkündeten Plan der Gründung einer Schülermannschaft tatsächlich realisieren. Die Ausrichtung der Kreismeisterschaften im Kunstradfahren brachte mit fünf Titeln einen Medaillensegen und erstmals holte sich der RSC den Rhein-Neckar-Preis. 1982 wurde das Grillfest am 19. September durchgeführt. In der Ringerverbandsrunde konnte man sich unter dem neuen Trainer Eduard Fröhner auf den vierten Platz steigern und bei den vom RSC in Mannheim-Vogelstang ausgerichteten Badischen Kunstradmeisterschaften holte Norbert Olah seinen ersten Titel. Beim Rhein-Neckar-Preis gelang den Kunstradfahrern die Titelverteidigung in der Mannschaftswertung.

75-jähriges Jubiläum

Das Jahr 1983 stand ganz besonders im Zeichen des 75-jährigen Bestehens, das man mit einem Festwochenende vom 13. bis 15. Mai in der Bergstraßenhalle feierte. Zum Jubiläumsauftakt am Freitag unterlag der RSC trotz Nachbarschaftshilfe einer Schweizer Auswahl mit 14:25 Punkten. Am Samstag wurde das Jubiläum mit einem Festkommers feierlich begangen und am Sonntag gab es ein Tauziehturnier der Laudenbacher Vereine sowie ein Kunstradvergleichskampf gegen RMSV Kisselbronn. Beim Festkommers standen bei den Ehrungen zwei Männer im Mittelpunkt: August Hildenbrand und Karl Beck wurden mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Ringerbundes ausgezeichnet. Großartiger sportlicher Höhepunkt waren am 22./23. Oktober die Deutschen Meisterschaften der Schüler im Hallenradsport. Diese besondere Bewährungsprobe hat der Verein mit seinem Vorsitzenden Klaus Ehret und Organisationsleiter Karlheinz Steffen mit Bravour gemeistert und man konnte sich über große Anerkennung von Verbandsseite freuen. Zum Jubiläumsauftakt hatte man bereits am 17. April das „Ringererstlingsturnier“ für C-Jugend-Ringer organisiert. Bei den Badischen Meisterschaften im Kunstradfahren wurden gleich drei Titel durch die beiden Zweier, Silke Küßner/Angelika Dietrich, und Marika Kiss/Susanne Pohl sowie Silke Küßner im Einer errungen. Als „Zugabe“ konnte man auch noch – wie zum dritten Mal in Folge den Rhein-Neckar-Preis – den Mannschaftspokal mitnehmen. Auch im Ringen endete das Jubiläumsjahr unter dem neuen Trainer Eduard Fröhner erfolgreich. Die Vizemeisterschaft der Landesliga bedeutete den Aufstieg in die Verbandsliga. Die zweite Mannschaft sicherte sich in der Kreisklasse B Platz 3. In der von Walter Fleischhauer betreuten Jugendabteilung waren 20 Jugendliche aktiv, mit denen man ein Zeltlager in Gersweiler/Saar durchführte. Zum Ende des Jubiläumsjahres zählte der Verein 127 Mitglieder.

Im Jahr 1984 übernahm Ottmar Eckstein das Amt des ersten Vorsitzenden, zu seiner Stellvertreterin wurde Marlies Foust gewählt. Sie durften sich über zwei Badische Meisterschaften im Kunstradfahren durch Silke Küßner/Lucie Geiger im Zweier sowie Silke Küßner im Einer und zusätzlich über den vierten Gewinn in der Pokalwertung des Rhein-Neckar-Kreises freuen, musste aber gleichzeitig den Abstieg aus der Verbands- in die Landesliga im Ringen hinnehmen. 1985 kehrte Walter Fleischhauer als zweiter Vorsitzender in die Vereinsführung zurück. Für positive Schlagzeilen sorgte insbesondere die Kunstradabteilung, die am 30. Juni die Kreismeisterschaften ausrichtete und vier von acht möglichen Titeln holte und bei den Badischen Meisterschaften durch Lucie Geiger, Silke Küßner und Silke Küßner/Lucie Geiger im Zweier drei Titel und zusätzlich erneut den Mannschaftspokal holte. Auch der Pokal beim Rhein-Neckar-Preis blieb zum fünften Mal in Folge beim RSC. Erstmals nahmen für den RSC Kunstradfahrer an Deutschen Meisterschaften teil. Der Badische Vizemeister, Norbert Olah, wurde 22., das Duo Silke Küßner/Lucie Geiger 13. Auch die Ringer verbuchten insgesamt eine gute Saison mit einem dritten Platz in der Landesliga und einem zweiten Platz der Reserve in der Kreisklasse. In der ersten Mannschaft tat sich insbesondere Harald Pfenning hervor, dem mit 18 Siegen ein grandioser „Durchmarsch“ durch die gesamte Runde gelang.

1986 gab es nach drei Kreismeisterschaften im Kunstradfahren neben dem Mannschaftspokal auch drei Titel bei den Badischen Meisterschaften durch Silke Zinkgräf, Norbert Olah und Silke Zinkgräf/Lucie Geiger. Am 25. Mai führte der RSC eine Werbeveranstaltung für die in ihm betriebenen beiden Sportarten durch, die allerdings nicht die erhoffte Resonanz bei der Bürgerschaft fand. Nach dem sechsten Gewinn des Rhein-Neckar-Preises im Kunstradfahren in Laudenbach war der RSC erneut bei Deutschen Kunstradmeisterschaften vertreten. Das Duo Küßner/Geiger wurde wie ein Jahr zuvor 13., Norbert Olah verbesserte sich auf Platz 14 und Silke Küßner landete auf Platz 33. Die Ringer, für die ab dieser Saison Horst Fröhner als Trainer verantwortlich zeichnete, beendeten ihre Saison auf Platz 4 der Landesliga.

Abschied von Karl Beck senior

Einen schweren Verlust musste der Verein 1987 hinnehmen. Nach über 60-jähriger Mitgliedschaft und wichtigen Funktionen als Sportwart, Jugendtrainer und Trainer verstarb Karl Beck senior. Bei den Kunstradfahrern musste Horst Geiger aus gesundheitlichen Gründen sein Traineramt abgeben. Emil Olah und Bärbel Küßner zeichneten somit ab diesem Zeitpunkt auch für den sportlichen Part der Abteilung verantwortlich und beide konnten sich über vier Kreismeisterschaften bei den Schülern, eine bei der Jugend sowie die Badischen Titel durch Norbert Olah (Jugend) sowie Silke Zinkgräf und Harald Küßner (Schüler) freuen. Ein weiteres Mal holte man auch den Wanderpokal, den Rhein-Neckar-Preis gewann man gar zum siebten Mal in Folge. Die Ringerrunde beschloss man als Dritter in der Landesliga.

1988 emigrierte Vorsitzender Ottmar Eckstein nach Australien, so dass sein Stellvertreter Walter Fleischhauer zunächst kommissarisch die Vereinsführung übernahm. Die Kunstradfahrer sorgten mit fünf Kreismeisterschaften und den vier badischen Titeln von Norbert Olah (Jugend), Silke Zinkgräf, Silke Zinkgräf/Silke Küßner und Harald Küßner (Schüler) und den Gewinn des Mannschaftspokals weiter für Furore. Bei den Deutschen Meisterschaften kam Norbert Olah auf Platz 9. Den Rhein-Neckar-Preis sicherte man sich zum achten Mal in Folge. Die Ringer kamen nach einer unspektakulären Runde in der Landesliga auf Platz 5.

Rückkehr von Theo Geiger auf das Amt des Vorsitzenden

Nachdem Walter Fleischhauer den Verein kommissarisch geleitet hatte, wählte 1989 die Hauptversammlung erneut Theo Geiger zum Vorsitzenden. Weiter wurde eine überfällige Beitragsanpassung beschlossen. Im Kunstradfahren holte man fünf Kreis- und drei Badische Meisterschaften. Silke Zinkgräf blieb bei den Deutschen Meisterschaften als 31. unter ihren Möglichkeiten und erstmals riss auch die Erfolgskette beim Rhein-Neckar-Preis, bei dem man mit Platz 2 vorlieb nehmen musste. Der Verein führte im Rahmen seines Grillfestes erstmals ein „Steinhebeturnier“ durch. Im Ringen konnte der zeitweise drohende Abstieg aus der Landesliga verhindert werden. Auch im Nachwuchsbereich war „Sparflamme“ angesagt. Jugendleiter Siegfried Rauch hatte nur zwei Schüler und sieben Jugendliche zu betreuen, die allerdings eine Kreis- und eine Landesmeisterschaft verbuchen konnten.

1990 verzeichnete der Verein zu Jahresbeginn 141 Mitglieder. Er führte erneut ein Grillfest mit Steinhebeturnier durch und konnte im Kunstradfahren wiederum schöne Erfolge erzielen. Mehreren Kreismeisterschaften, darunter die erst achtjährige Ramona Horneff bei den Schülerinnen C, folgten in Laudenbach zunächst zwei Badische Vizemeisterschaften bei der Jugend und zwei Titel durch Silke Zinkgräf und Harald Küßner bei den Schülern. Bei den Deutschen Meisterschaften landeten Norbert Olah und Harald Küßner jeweils auf dem 14. und Silke Zinkgräf auf dem 18. Platz. Nach dem 2. Platz im Vorjahr holte man sich einmal mehr den Rhein-Neckar-Preis wieder zurück. Am 27. Mai konnte man sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen, als man mit Nebenräumlichkeiten des Traditionslokals „Rose“ ein eigenes Domizil übernehmen konnte. Weniger nach Wunsch lief es in der Ringerverbandsrunde. Anders als im Vorjahr konnte der Abstieg aus der Landesliga nicht verhindert werden.

Ehrenvorsitzender August Hildenbrand verstorben

Das Jahr 1991 war in mehrerer Hinsicht schmerzhaft. Zunächst musste man infolge des Golfkriegs auf den Rosenmontagsball verzichten, was mit Blick auf die Vereinsfinanzen erhebliche Probleme bereitete. So musste das Finanzamt um eine Steuerstundung gebeten werden. Weiter musste man die herausragende Persönlichkeit in der Vereinsgeschichte, den Ehrenvorsitzenden August Hildenbrand, wenige Tage nach seinem 93. Geburtstag im November zu Grabe tragen. Im sportlichen Bereich allerdings gab es Erfreuliches. Zahlreichen Kreismeisterschaften im Kunstradfahren folgte der Gewinn der Mannschaftswertung bei den Badischen Meisterschaften und der Titel von Harald Küßner. Den Sieg beim Rhein-Neckar-Preis verfehlte man nur knapp und bei den Deutschen Meisterschaften kam Silke Küßner bei den Juniorinnen auf Platz 16. Nach dem Grillfest mit Steinhebeturnier führte man am 8. September in den vor einem Jahr eingeweihten Vereinsräumlichkeiten im Anwesen „Rose“ einen „Tag der offenen Tür“ mit der Ehrung der erfolgreichen Sportler durch, wobei besonders die sehr gute Jugendarbeit von Siegfried Rauch bei der Ringerjugend gewürdigt wurde. In der Ringerbezirksliga erreichte die Mannschaft die Vizemeisterschaft, was ihr Aufstiegskämpfe gegen Rastatt einbrachte, die 1992 im Frühjahr mit 14:14 in Rastatt und mit 20:10 beim Heimkampf endeten und damit die Rückkehr in die Landesliga bescherten, wo man dann die Runde als Vierter beendete und die Aufwärtsentwicklung beim Nachwuchs mit fünf Medaillen bei den Bezirksmeisterschaften bestätigte. Im Kunstradfahren holten sich Norbert Olah und Silke Küßner die Badischen Meisterschaften und trugen damit auch zum neuerlichen Gewinn des Mannschaftspokals bei.

1993 wurde das Grillfest erneut mit einem Steinhebeturnier verbunden. Die Kunstradabteilung blieb nach vier Kreismeisterschaften ohne Badischen Titel und im Ringen gab es in diesem Jahr keinen Kampf auf der Matte, sondern mit dem Verband, der trotz eindeutiger Meldung des Vereins die junge Mannschaft in die Verbandsliga einstufen wollte. Dies bewog die Verantwortlichen, auf einen Start in der Verbandsrunde gänzlich zu verzichten, um die Sportler nicht zu „verheizen“, wie es Karl Beck seinerzeit formulierte. Ein Jahr später, 1994, zählte der Verein 168 Mitglieder und trat nach langer Abstinenz wieder in das Kerwegeschehen ein, indem man für eine Bewirtung auf dem Festplatz sorgte. Festgehalten wurde an dem Grillfest mit Steinhebeturnier. Im Kunstradfahren sorgte Ramona Horneff nach dem Sieg bei der Kreismeisterschaft wieder für eine Badische Meisterschaft, belegte bei der Deutschen Meisterschaft bei ihrer ersten Teilnahme Platz 18 und der RSC richtete erneut den Rhein-Neckar-Preis aus. Außerdem qualifizierte sich Ramona Horneff für den Baden-Württembergischen Landeskader und Janina Horneff wurde in den nordbadischen Kader aufgenommen. Nach der unfreiwilligen einjährigen Kampfpause belegte die Ringerstaffel Platz 6 in der Landesliga. Einen Glanzpunkt setzte Ersil Elmas mit dem Gewinn der Badischen Meisterschaft. Eine erfreuliche Entwicklung nahm auch der Ringernachwuchs insgesamt. In einer Kampfgemeinschaft mit Niederliebersbach konnten nach längerer Pause wieder Rundenkämpfe bestritten werden und man belegte einen sehr guten 3. Platz.

Sulzbacher Ringerehepaar Michael und Jutta Schmitt beim RSC

In der Weihnachtsfeier wurde eine die nächsten Jahre prägende Personalie präsentiert, um die sich in besonderer Weise Karl Beck und Manfred Knust, die über Jahre in der technischen Leitung der Ringerabteilung glänzend kooperierten, bemüht hatten: das Sulzbacher „Ringerehepaar“ Michael und Jutta Schmitt hatten sich dem RSC angeschlossen und sie waren von Anbeginn überzeugt, dass sie ihr Engagement in Laudenbach dauerhaft anlegen würden. Michael Schmitt löste mit seinem Eintritt beim RSC den bisherigen Trainer Seyjali Elmas ab. Eine weise Sicht und für den RSC ein seltener Glücksfall, wie die weitere Entwicklung in den vergangenen 13 Jahren zeigen sollte. 1995 blieb die Mitgliederzahl mit 169 Frauen und Männern stabil. Im Ringen schien es, als bewirkten „Jutta und Michael“, wie sie innerhalb des Vereins bald von jedermann genannt wurden, Wunder. Die Mannschaft holte sich in Rimbach und Mannheim zwei Pokalturniersiege und im Anschluss ungeschlagen die Meisterschaft in der Landesliga und stieg in die Verbandsliga auf. In der gesamten Runde blieben Ersil Elmas, Sven Mades und Ömer Sevgi ohne Kampfverlust. Dass Ömer Sevgi über viele Jahre dem RSC treu blieb, war ein besonderer Glücksfall. Er hatte Angebote aus der Bundesliga und hätte dort sicherlich auch bestehen können, blieb aber seinem RSC treu und begeisterte immer wieder seine große Fangemeinde.

Nicht nur durch das Publikum wurden die Aktiven angefeuert, sondern zusätzlich auch von den RSC-Cheerleaders unter Leitung von Gabi Rabko. Leider hatte diese neue RSC-Aktivität wie später ab 1998 die „Dance & Fun Company“ unter Leitung von Jeanette Schuchardt und Gabi Rabko nur wenige Jahre Bestand. Nach drei Titeln bei den Kreismeisterschaften sicherten sich Tobias Haufe, Immanuel Böhler, Ersil Elmas und Ömer Sevgi Nordbadische Meisterschaften und Sven Rauch kehrte als Neunter von den Deutschen Meisterschaften zurück. Er setzte damit ein weiteres Glanzlicht in der Tradition seiner Familie im RSC. Urgroßvater Philipp zählte zu den Gründern, Großvater Manfred zu den Ringern der ersten Stunde nach dem Zweiten Weltkrieg und der legendären Mannschaft, die 1959/1960 den Aufstieg in die Oberliga schaffte, und Vater Siegfried war gleichermaßen als aktiver Ringer wie als Jugendleiter eine Stütze des Vereins. Nach ihrem Beitritt zum RSC unterstützte Jutta Schmitt dessen engagierte Jugendarbeit, wobei Michael Schmitt gemeinsam mit Siegfried Rauch ein neues Trainingskonzept erarbeitet hatte.

Die Kunstradfahrer schrieben ihre Erfolgsgeschichte fort. Silke Zinkgräf, Silke Küßner und Janina Horneff holten Badische Titel und auch der Jugendmannschaftspokal ging wie der Rhein-Neckar-Preis in diesem Jahr nach Laudenbach. Bei den Deutschen Meisterschaften holte Ramona Horneff bei den Schülerinnen einen herausragenden 5. Platz, Silke Zinkgräf wurde bei den Juniorinnen 19. Der Verein wirkte beim großen historischen Festzug der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde mit, es wurde erneut zum Grillfest mit Steinhebeturnier eingeladen und der Ringernachwuchs kam zu einem Zeltlager in Altlechtern zusammen.

Generationenwechsel in der Vereinsführung

1996 wurde zunächst am 13. Januar die Ringermeisterschaft in der Turnhalle gefeiert, bevor es zu einem Wechsel in der Vereinsführung kam. Das erfahrene Duo Theo Geiger und Klaus Ehret wurde von dem Brüderpaar Bernhard und Jürgen Zang abgelöst. Sie hatten gleich in ihrem ersten Amtsjahr eine besondere Herausforderung zu bewältigen, als in einer außerordentlichen Hauptversammlung wegen nicht mehr zu heilender Zerwürfnisse die über viele Jahre überaus erfolgreiche Abteilungsleiterin und Trainerin Bärbel Küßner aus dem Verein ausgeschlossen wurde. Dies führte nicht nur zu einer Reihe weiterer Austritte seitens der Eltern von aktiven Kunstradsportlern, sondern auch wenige Monate später zur Gründung der „Radgemeinschaft“, damit eines weiteren Kunstradsport anbietenden Vereins am Ort. Für die stark reduzierte Kunstradgruppe zeichnete künftig Angelika Horneff verantwortlich und übernahm auch die Funktion der Trainerin.

Auch 1996 gab es das Grillfest mit Steinhebeturnier und die Kerweaktivitäten, wobei man sich erstmals auch am Kerweumzug mit einem Wagen beteiligte. Bislang hatten die Kunstradfahrerinnen und Kunstradfahrer die RSC-Fahne beim Umzug mit ihrem Sportgerät hochgehalten. Im Kunstradfahren holten Silke Küßner und die aktive Mannschaft Badische Meisterschaften. Ramona Horneff sorgte nach der Badischen Meisterschaft für die bislang herausragende Platzierung bei einer Deutschen Meisterschaft: sie verpasste nur knapp das Treppchen und wurde bei den Schülerinnen undankbare Vierte.

Im Ringen konnten einige Kreismeisterschaften gefeiert werden und erstmals wurde wieder eine eigene Schülermannschaft für die Verbandsrunde gemeldet. Auch bei den Aktiven setzte sich der Erfolg fort. Als Vizemeister in der Verbandliga wurde der Aufstieg in die Oberliga perfekt gemacht. Dieser Aufstieg wurde am 28. Februar 1997 gebührend gefeiert. Die positive Entwicklung bei den Ringern führte zu einem dynamischen Mitgliederzuwachs, der die Abgänge im Kunstradsport bei Weitem kompensierte. Bei der Hauptversammlung wurde von 215 Mitgliedern berichtet. Neben dem Grillfest mit Steinhebeturnier auf dem Waldgrillplatz wurde im Sportgelände ein Sommerfest mit Kenntnisprüfung des Ringernachwuchses durchgeführt, der sich zusätzlich über einen Besuch der Karl-May-Festspiele in Elspe freuen durfte, während der Kunstradnachwuchs sich in Gronau zu einem Zeltlager einfand. Im Sportbetrieb wurden in der Bergstraßenhalle die Kreismeisterschaften im Kunstradfahren ausgetragen, bei denen sich Ramona und Janina Horneff die Titel sicherten. Ramona Horneff fuhr bei den Deutschen Meisterschaften der Juniorinnen auf Platz 13. Im Ringen holten Kevin Eckstein, Gabriel und Immanuel Böhler, Ömer Sevgi und Michael Schmitt Landesmeisterschaften und bei den Deutschen Meisterschaften der C-Jugend kam Immanuel Böhler auf Platz 4, Patrick Eckstein wurde Siebter.

Die Ringerrunde, für die der mehrfache türkische Meister und Weltmeisterschaftsteilnehmer Osman Demirci als zusätzlicher Trainer insbesondere für den freien Stil gewonnen werden konnte, wurde in der Oberliga mit einem guten 4. Platz beschlossen. Wegen des anhaltenden Booms im Nachwuchsbereich fanden im Verein erstmals zwei Weihnachtsfeiern, eine für die Jugend und eine für die Erwachsenen, statt. Die Kunstradabteilung wartete ab 1997 mit einer weiteren Aktivität auf, indem man sich erstmals am Weihnachtsmarkt des Kerwe- und Heimatvereins beteiligte. 1998 bestimmte das 90-jährige Jubiläum das Jahresgeschehen. Bereits im Januar wurde in der Grundschule ein Aktionstag durchgeführt, bei dem Ringen präsentiert und für diesen Sport geworben wurde. Man war Ausrichter der Nordbadischen Meisterschaften und konnte nicht nur Lob für die perfekte Organisation, sondern mit Samil Demirci, Ersan Elmas und Patrick Eckstein auch drei Meistertitel verbuchen. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften war der RSC mit Patrick Eckstein (6.), Björn Hoppe (10.) und Daniel Ruck und William Zang vertreten.

Hinsichtlich der Mitgliederzahl erlebte der RSC einen wahren Boom: von 248 Vereinsangehörigen wurde in der Hauptversammlung berichtet. Der Jubiläumsabend fand am 20. Juni in der Bergstraßenhalle statt, eine Woche später hatte man den Saarländischen Regionalligisten KV Riegelsberg zu einem Jubiläumskampf im Rahmen eines zweitägigen Sportfestes mit Kenntnisprüfung im Sportgelände eingeladen. Der RSC behielt mit 20:12 die Oberhand. Erneut bewirtschaftete man zur Kerwe den Festplatz. Auch sportlich schloss das Jubiläumsjahr durchaus erfolgreich. Der Ringernachwuchs wurde 2. auf Verbandsebene, die erste Mannschaft 4. der Oberliga und die zweite Mannschaft 3. der Landesliga. Im Kunstradfahren sicherte sich Janina Horneff die Badische Meisterschaft.

Bernhard Zang geht – Ronald Balz kommt

1999 stand im Zeichen eines neuerlichen Führungswechsels. Nachdem Bernhard Zang aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, wurde bei der Hauptversammlung am 19. März Roland Balz zum Vorsitzenden gewählt. Die Kunstradabteilung konnte auf ihre 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken und fügte mit einer Badischen Meisterschaft durch Ramona Horneff und der Vizemeisterschaft ihrer Schwester Janina noch ein Kapitel an. Eine Herausforderung für den Verein bedeutete die Anschaffung einer neuen Matte. Die notwendigen 20.000 DM konnten durch eine engagierte Einwerbung ausschließlich aus Spenden und Sponsorengeldern finanziert werden. Am 25. Juli wurde erneut zum Grillfest mit Steinhebeturnier eingeladen. Der Ringernachwuchs holte mit William Zang eine Bezirks- und mit Dennis Hoffmann eine Landesmeisterschaft. Björn Hoppe, William Zang und Patrick Eckstein vertraten den RSC bei den Deutschen Meisterschaften. Die Schülermannschaft wurde Staffelvizemeister und unterlag gegen Graben-Neudorf im Kampf um Platz 3 in Nordbaden. Die aktiven Mannschaften landeten beide in Ober- bzw. Landesliga auf Platz 6.

Große Benefizveranstaltung für Erdbebenwaisen

Im Jahr 2000 war ein geringer Mitgliederrückgang auf insgesamt 233 zu konstatieren. Das erste Halbjahr war geprägt von einer großen Benefizveranstaltung zugunsten des Vereins „Erdbebenopfer Türkei – Bergstraße“, der Waisenkinder, die bei der schrecklichen Erdbebenkatastrophe in der Türkei am 17. August 1999 ihre Eltern verloren hatten, betreut. Die beiden Hauptorganisatoren, Michael Schmitt und Herbert Bangert, hatten ein Programm koordiniert, das Sport, Geselligkeit, Kultur und Kulinarisches verband. Jugendauswahlkämpfen folgte ein Benefiz-Ringen mit zwölf aktiven Mannschaften. Eine von Michael Schmitt zusammengestellte Auswahl Bergstraße/Odenwald trat gegen den Bundesligisten SV Weingarten an. Die national und international erfolgreichen Manuela und Claudia Eckert (Rimbach) sowie Susanne und Stefanie Stüber (Mühlacker) präsentierten Frauenringen vom Feinsten. Der Tag wurde im Beisein des stellvertretenden türkischen Generalkonsuls mit einem „Bunten Abend“, gestaltet von Laudenbacher Vereinen und türkischer Folklore, beschlossen. Unter den rund 1.500 Besucherinnen und Besuchern waren viele ehemalige Spitzenringer. Wenige Wochen nach der Veranstaltung konnten dem Hilfsverein 12.000 DM für türkische Waisenkinder übergeben werden. RSC-Sportlerinnen brachten sich auch bei einem Benefizball in Hirschberg zugunsten krebskranker Kinder ein. Die Schwestern Ramona und Janina Horneff demonstrierten dort Teile ihres Kürprogramms.

Das Grillfest am 23. Juli wurde wegen der rückläufigen Resonanz in den letzten Jahren erstmals ohne das Steinhebeturnier durchgeführt. Bei den „German Masters“ sorgte Steffen Katzmüller für Aufsehen, als er in beiden Stilarten den 2. Platz belegte. Bei den Landesmeisterschaften holten RSC-Ringer acht Goldmedaillen. Weniger erfolgreich verlief die Ringerrunde, die man mit einem 7. Platz in der Oberliga beschloss. Die Schüler legten eine einjährige Pause ein. Dagegen konnten die Kunstradfahrerinnen mit Janina Horneff eine weitere Badische Meisterschaft feiern. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ramona hatte sie sich auch für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Ramona kam bei den Juniorinnen auf einen sehr guten 6., Janina bei den Schülerinnen auf den 23. Platz. Neben den Aktivitäten auf den Fahrflächen besuchten die Kunstradsportler das Musical „Starlight Express“ in Bochum. Das Vereinsjahr wurde nach wenigen Jahren getrennter Veranstaltungen wieder mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier von Jung und Alt beschlossen, in deren Rahmen Ehrenmitglied Lorenz Hund die Ehrenplakette des Nordbadischen Ringerverbandes verliehen wurde.

Jürgen Zang zum Geschäftsführer gewählt

In der Jahreshauptversammlung am 9. März 2001 wurde das neue Amt des Geschäftsführers beschlossen und mit dem bisherigen zweiten Vorsitzenden Jürgen Zang besetzt. Nachfolger als zweiter Vorsitzender wurde Steffen Katzmüller, der bei den German Masters wenige Wochen später im klassischen Stil Bronze und im freien Stil Gold holte. Am 21. Juli wurde im Sportgelände ein Sportfest mit Kenntnisprüfung und Freundschaftskampf durchgeführt. Weiter war die Jugend zu einem Ausflug nach Tripsdrill eingeladen. Nach einjähriger Pause konnte zur Verbandsrunde wieder eine Schülermannschaft gestellt werden und Dennis Hoffmann holte sich die Landesmeisterschaft. Die Aktiven kamen in der Oberliga auf den 6. Platz. Kunstradfahrerin Janina Horneff fuhr als Badische Vizemeisterin bei den Deutschen Kunstradsportmeisterschaften als Vierzehnjährige bei den Juniorinnen (bis 18 Jahre) auf einen hervorragenden 11. Platz. Ramona Horneff, die mit einem vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften die in der Vereinsgeschichte bislang beste Platzierung ausgefahren hatte, beendete in diesem Jahr aus beruflichen Gründen bedauerlicherweise ihre überaus erfolgreiche Karriere. Der Verein zählte 2001 insgesamt 204 Mitglieder.

Die Jahreshauptversammlung am 15. März 2002 war geprägt von der Verabschiedung einer neuen Vereinssatzung. Herbert Bangert hatte die alte Satzung völlig überarbeitet und mit klaren und übersichtlichen Satzungsbestimmungen, die er zuvor mit Amtsgericht und Finanzbehörden abgestimmt hatte, ersetzt. Am 20. Juli wurde im Sportgelände erneut ein Sommerfest mit Sportprüfung für den Nachwuchs und einem Jugendfreundschaftskampf durchgeführt. Beim Open-Air-Turnier um den „Fielmann-Cup“ gemeinsam mit dem AC Ziegelhausen und dem schweizerischen TV Weinfelden holten sich die Eidgenossen, an deren Turnier wenige Wochen später der RSC bei einem Gegenbesuch teilnahm, den Pokal. Kerwe wurde beim RSC erstmals auf dem Schillerplatz gefeiert. Bei den German Masters konnte Steffan Katzmüller zum dritten Mal in Folge überzeugen und holte in beiden Stilarten Silber. Die Ringerjugend freute sich über einen Besuch der Karl-May-Festspiele in Elspe. Janina Horneff holte sich bei den Juniorinnen nach der Kreismeisterschaft die Badische Vizemeisterschaft und belegte bei den Deutschen Meisterschaften Platz 16. Die Oberliga-Runde im Ringen war beherrscht von einer „Aufstiegsangst“ aller Favoritenmannschaften. Der RSC landete schließlich auf Platz 4. Insgesamt 18 Medaillen waren die reiche Beute von RSC-Ringern bei den Landesmeisterschaften. Patrick Eckstein holte sich hierbei den Titel.

Neujahrs- statt Weihnachtsfeier

Im Jahr 2003 wurde nach Verzicht auf die traditionelle Weihnachtsfeier im Januar erstmals zu einer Neujahrsfeier mit abwechslungsreichem Programm in die Bergstraßenhalle eingeladen. Bei den Landesmeisterschaften holten Gerrit Eckel, Lukas Schmitt und Gabriel Böhler drei Titel und für ein Ausrufezeichen sorgte Jenny Singer. Erstmals startete für den RSC ein Mädchen und sie holte sich auf Anhieb die Meisterschaft. Bei den Deutschen Meisterschaften kamen Jonas Schmitt und Gabriel Böhler jeweils auf den 8. Platz. Erneut wurde zu einem Sportfest mit Freundschaftskämpfen und Sportprüfung in das Sportgelände eingeladen und zur Kerwe bewirtschaftete man an der Sparkasse wieder eine Straußwirtschaft. Der Ringernachwuchs weilte drei erlebnisreiche Tage in Riegelsberg, die Kunstradabteilung wendete sich mit Kino- und Theaterbesuchen kulturellen Aktivitäten zu. Bei den Badischen Kunstradmeisterschaften holte Janina Horneff Bronze. Die Oberliga-Runde wurde mit dem neuen sportlichen Leiter, Ralf Schmitt, als 4. beschlossen. Integriert in den Rundenverlauf war das erste Ringermeeting der Vereine aus Hemsbach, Laudenbach, Niederliebersbach und Sulzbach, das in der Hemsbacher Hans-Michel-Halle auf Anhieb zum Erfolg wurde.

Ringer steigen in die Regionalliga auf

Das Jahr 2004, das man zunächst wieder mit einer Neujahrsfeier eröffnete, stand im Zeichen des zweitgrößten Erfolgs der Ringer in der Vereinsgeschichte. Man holte sich die Oberligameisterschaft und stieg in die Regionalliga auf. Weiter wurden neun Bezirksmeisterschaften und durch Kadir Calliskan, Jonas Schmitt, Jenny Singer, Jannik Schmitt und Hamid Zarei ebenfalls stolze neun Landesmeisterschaften, darunter vier Doppelmeisterschaften in beiden Stilarten, an die Bergstraße geholt. Bei den German Masters sicherte sich Steffen Katzmüller Bronze. Das Sportfest mit einem Freundschaftskampf gegen Goldbach, den der RSC nur knapp mit 13,5:15 verlor, erwies sich am 12. Juni als Publikumsmagnet, wenngleich man wegen des schlechten Wetters in die Bergstraßenhalle wechseln musste. Die Ringerjugend war erneut in Riegelsberg zu Gast und das Ringerevent wurde beim Heimkampf gegen Viernheim durchgeführt. Nachdem Janina Horneff wegen ihrer Fachabiturprüfung eine Wettkampfpause einlegte, blieb die Abteilung in diesem Jahr ohne herausragende Erfolge. Ein großartiges Erlebnis war die Fahrt nach Tailfingen zur Abschiedsgala des siebenfachen Weltmeisters Martin Rominger.

Wie die beiden Jahre zuvor wurde auch das Jahr 2005 mit einer Neujahrsfeier begrüßt und man war Gastgeber der Bezirksmeisterschaften. Der Rosenmontagsball, der seine Bedeutung für den Verein bis heute nicht verloren hat, konnte seinen 30. Geburtstag feiern, wobei es sicherlich eine Besonderheit darstellt, dass man über all die Jahre mit der Kapelle „Sandmen-Set“ die gleichen Musiker verpflichten konnte. Zur Kerwe lud man mit erweitertem Unterhaltungsprogramm erneut in die Straußwirtschaft am Schillerplatz ein und wie zuvor beim Sportfest im Sportgelände brauchte man über mangelnden Besuch nicht zu klagen. Ein herber Rückschlag bedeutete das Ausscheiden von Jürgen Zang, unzweifelhaft einer der Motoren der Aufwärtsentwicklung des Vereins, als Geschäftsführer. Er blieb dem Verein aber weiter als Aktivposten erhalten und ohne Zweifel hat er sich in den Jahren seit 1995 große Verdienste um den RSC erworben. Gemeinsam mit seinem Bruder Bernhard, aber auch in der Folge mit Ronald Balz hat er den Verein nach vorne gebracht und insbesondere die Außendarstellung verbessert. So wäre der Aufstieg in die Regionalliga ohne sein Engagement bei der Akquisition von Unterstützern undenkbar gewesen.

Besonders erfreulich war die zunehmende Power in der Jugendabteilung: 90 Kinder waren zwischenzeitlich beim RSC aktiv und neben zwei aktiven Mannschaften konnte man in der Verbandsrunde auch zwei Schülermannschaften stellen, so dass vier RSC-Mannschaften vertreten waren. Weiter gab es reichlich Freizeitaktivitäten für den Nachwuchs, so paddelte man bei Sigmaringen auf der Donau. Die erste Mannschaft beschloss die Regionalliga als Siebter, die Reserve wurde in der Bezirksliga Meister und stieg in die Landesliga auf. Das Ringermeeting gemeinsam mit Hemsbach, Niederliebersbach und Sulzbach wurde vor einer tollen Kulisse und attraktivem Rahmenprogramm am 1. Oktober in der Bergstraßenhalle ausgetragen. Überaus erfolgreich schnitten RSC-Sportler bei den Landesmeisterschaften ab. Die Schülerstaffel wurde Landesmeister und 10. der Deutschen Meisterschaften. Dort vertraten sieben Ringer die Farben des RSC: Roger Gößner (5.), Jonas Schmitt (7.), Uwe Krieger (7.), Patric Horneff (7.), Marcel Rabko (10.), Ali Zarei (10.) und Hamid Zarei.

Die beim RSC betriebene hervorragende Nachwuchsarbeit blieb nicht verborgen. So vergab der Deutsche Ringerverband die Deutschen C-Jugend-Meisterschaften nach Laudenbach, für die der RSC eine eigene Homepage im Internet einrichtete, der ein Jahr später eine spezielle Fan-Homepage folgte. Mit Rainer Doll vom gleichnamigen Weinheimer Autohaus gewann der RSC einen neuen Hauptsponsor. In der Kunstradabteilung holte sich Alexandra Jeck den Sieg beim Rhein-Neckar-Preis. Gemeinsam mit Janina Horneff vertrat sie die badischen Farben beim Vergleichskampf mit Bayern und Rheinland-Pfalz, bei dem man den zweiten Platz ausfuhr. Weiter beteiligten sich beide Sportlerinnen bei einem Schaufahren in Auerbach.

Ausrichtung der Deutschen C-Jugend-Meisterschaften

Marco Bechtel - Deutscher Meister bei den Junioren

Das Jahr 2006 begann mit dem Neujahrsempfang am 21. Januar und stand zunächst ganz im Zeichen der Durchführung der Deutschen C-Jugend-Meisterschaften am Wochenende 21. bis 23. April, bei denen die Verantwortlichen, allen voran Michael und Jutta Schmitt, in puncto Organisation neue Maßstäbe setzten und von den anwesenden Funktionären höchstes Lob erfuhren. Im eigenen Ringersportbetrieb wechselten Licht und Schatten. So konnte Marco Bechtel die Deutsche Meisterschaft bei den Junioren erkämpfen. Jonas Schmitt wurde bei der A-Jugend 5. Bei den Landesmeisterschaften holte der RSC neun Titel durch Marco Bechtel, Uwe Krieger, Dominik Schmitt, Jan Helling, Hamid Zarei, Florian Losmann, Cedric Kriz, Florian Scheuer und Jenny Singer, die zusätzlich auch Rheinland-Pfalz-Meisterin wurde. Die Schülermannschaft wurde ungeschlagen Sieger der Nordstaffel und im Finalturnier der besten acht Mannschaften des Nordbadischen Verbandes holte man sich die Meisterschaft.

Dagegen musste die erste Mannschaft – insbesondere wegen zahlreicher Verletzungen im Verlauf der Runde – als Schlusslicht der Regionalliga wieder zurück in die Oberliga. Die Zeit in der Regionalliga bedeutete für den Verein, der über einen zu kleinen Kader für diese Klasse verfügte, eine wichtige Erfahrung. Die zweite Mannschaft konnte sich in der Landesliga mit einem Mittelfeldplatz gut behaupten. Beim Ringermeeting war Niederliebersbach Gastgeber, so dass es in Reisen ausgetragen wurde. Der erfolgreiche Ringernachwuchs verbrachte jeweils drei Tage am Main und in Riegelsberg, wobei Carmen Scheuer bei der Organisation der Freizeitaktivitäten zu einer unverzichtbaren Stütze innerhalb der Abteilung wurde. Im Kunstradfahren konnte Janina Horneff nach dem Sieg beim Rhein-Neckar-Preis und Silber bei den Badischen Meisterschaften bei den Deutschen Meisterschaften Platz 10 ausfahren. Weiter wurden viele Erfolge bei Wettbewerben ausgefahren und erfreulicherweise erlebte die Abteilung wieder neuen Zulauf.

Michael Schmitt zum Vorsitzenden gewählt

Das 99. Vereinsjahr 2007 begann mit der längst traditionellen und erneut sehr stimmungsvollen Neujahrsfeier am 20. Januar in der Bergstraßenhalle. Wenige Tage später, am 2. Februar, fand die Jahreshauptversammlung statt, in der Ronald Balz auf eine erneute Kandidatur als Vorsitzender verzichtete und Michael Schmitt zu seinem Nachfolger gewählt wurde. Der Mitgliederstand wurde mit 259 beziffert. Am Wochenende 23./24. Juni lud der RSC erstmals zu einem Hoffest auf den „Losmann-Hof“ in der Weschnitz-Siedlung ein, bei dem sowohl der Nachwuchs als auch die Aktiven Vergleichskämpfe gegen Ketsch durchführten. Unvergessen bleibt sicherlich auch lange die Reise in die Heimat des polnischen Ringerfreundes Wladislav Olejnik nach Kolobrzek. Außerdem wurde die vorbildliche Jugendarbeit des RSC bei der „Toto-Lotto-Sportjugend-Förderpreisverleihung“ im Europa-Park Rust mit einem Anerkennungspreis und einem Preisgeld belohnt. Zur Kerwe wartete man erstmals mit einem Open-Air-Kerwekampf auf. Gegner war der KSV Graben-Neudorf.

Am 12. Oktober fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Auf der Tagesordnung stand eine Vorausschau auf das 100-jährige Jubiläum sowie eine unverzichtbare Beitragsanpassung. Ein glänzendes Sportjahr verbuchte Jenny Singer. Sie holte sich die Landesmeisterschaft, wurde Baden-württembergische Meisterin, siegte für Nordbaden im Hessen-Pokal, holte bei den Offenen Meisterschaften in Nordrhein-Westfalen und beim Bayerncup Gold und bei den Offenen Hessischen Meisterschaften Silber. Aber auch der übrige Nachwuchs wusste zu glänzen. Die Schüler- und Jugendmannschaft wurde Landesmeister. Die Schülermannschaft startete für Nordbaden bei den Deutschen Meisterschaften und wurde dort 11. Florian Losmann, Lukas Schmitt, Ahmed Demirci, Norman Balz, Jan Arnold und Annika Helling wurden Landesmeister und acht RSC-Sportler qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften. Jenny Singer und Felix Losmann wurden hervorragende 4., Patric Horneff (7.), Uwe Krieger (8.), Jan Arnold (8.). Jannik Schmitt, Florian Losmann und Jonas Schmitt konnten trotz ansprechender Leistungen keine vorderen Plätze erkämpfen.

Im Kunstradfahren holte Janina Horneff Silber bei der Kreismeisterschaft, Bronze beim Rhein-Neckar-Preis und den Badischen Meisterschaften und bei den Deutschen Titelkämpfen einen sehr guten 12. Platz. Neben ihr konnte auch Marc-Marvin Wieland nicht nur bei einigen Wettbewerben überzeugen, sondern auch den Sieg in der Gesamtwertung des Rhein-Neckar-Preises verbuchen.

Eine sehr positive Entwicklung nahm, ausgehend von den Gesprächen um die Zusammensetzung des Ehrenausschusses, das Zusammengehörigkeitsgefühl der älteren Mitglieder, die sich auf Initiative von Karl Beck und Klaus Ehret als Vorsitzende des Ausschusses mehrfach trafen, Erinnerungen austauschten, aber auch über die künftige Entwicklung des Vereins diskutierten. Es war bedauerlich, dass bei diesen geselligen Runden das überaus verdiente Ehrenmitglied Hans Leib wegen Krankheit nicht teilnehmen konnte. Er hätte sich wohlgefühlt und sicherlich manche Anekdote kundtun können. Am 8. Dezember konnte ein kleines Jubiläum gefeiert werden: seit zehn Jahren nimmt die Kunstradabteilung am Weihnachtsmarkt des Kerwe- und Heimatvereins teil. Einen Tag später ließ man eine Tradition wieder aufleben, als man sich im Restaurant der Bergstraßenhalle zur Weihnachtsfeier zusammenfand.

Die Ringerrunde brachte zunächst einen weiteren großartigen Erfolg des Nachwuchses. Nach dem Sieg in der Runde punktegleich vor der Kampfgemeinschaft SVG Nieder-Liebersbach/KSV Sulzbach (beide 18:2 Punkte) holte man sich in Weingarten am 16. Dezember zum zweiten Mal nach 2005 die Landesmeisterschaft. Man setzte sich in der Gruppe, in der u. a. Titelverteidiger KSV Ketsch vertreten war, durch und siegte im Finale, einem nordbadischen Derby, gegen die Kampfgemeinschaft SVG Nieder-Liebersbach/KSV Sulzbach ungefährdet mit 34:22.

In der Oberliga bot der RSC seinem ebenso treuen wie begeisterten Anhang hervorragende Kämpfe und war vor dem letzten Kampftag Tabellenführer vor dem punktgleichen Titelfavoriten KSV Kirrlach, so dass die Meisterschaft erst am letzten Kampftag beim unmittelbaren Aufeinandertreffen in Kirrlach entschieden wurde. Hier lieferte die RSC-Mannschaft mit einem 19:17-Sieg ihr Meisterstück ab und konnte damit gleichzeitig die Rückkehr in die Regionalliga feiern. „Tollen Sportgeist“ attestierte der Kommentator der „Weinheimer Nachrichten“ der Mannschaft und Trainer Osman Demirci sah „eine tolle Mannschaftsleistung und ein Sieg der Charakterstärke“. Die zweite Mannschaft konnte im Schlussspurt noch den drohenden Abstieg aus der Landesliga verhindern. Sie beschloss die Runde mit einem 20:12-Sieg bei der Kirrlacher Reserve und dem Nichtabstiegsrang acht.

In das Jubiläumsjahr eingetreten ist der RSC mit einem von Carmen Scheuer organisierten dreitägigen Trainingslager der Schülerringer unter dem Motto „Faulenzen gilt nicht“ in der Bergstraßenhalle. Am 11. Januar 2008 fand die Generalversammlung als erste offizielle Veranstaltung im Jahr des hundertjährigen Jubiläums statt. Dort bildete der Ausblick auf das Jubiläum, auf das Herbert Bangert einstimmte, einen Schwerpunkt. In den Berichten wurde auf ein sowohl sportlich wie auch finanziell erfolgreiches Jahr zurückgeblickt. Der Ringersport habe eine hervorragende Entwicklung sowohl bei den Aktiven wie bei der Jugend genommen, wurde mehrfach ausgeführt. In seinem letzten Tätigkeitsbericht als Kassierer berichtete Erich Hennig von einem Mitgliederstand von 261 und einem erwirtschafteten Überschuss, bevor er mit viel Beifall für seine zehnjährige grundsolide Führung der Kassengeschäfte verabschiedet wurde. Zu seiner Nachfolgerin wurde Sonja Krieger gewählt. Steffen Kratzmüller wurde als zweiter Vorsitzender im Amt bestätigt.

Nur einen Tag nach der Generalversammlung nahm der RSC mit großem Erfolg an den Bezirksmeisterschaften in Ladenburg teil. Mit 15 Medaillen holte er sich die Vereinswertung. Erste Plätze sicherten sich Florian Losmann und Uwe Krieger bei der B-Jugend, Felix Losmann und Jannik Schmitt bei der C-Jugend, Lukas Schmitt bei der D-Jugend und Julian Scheuer bei der E-Jugend in ihren jeweiligen Gewichtsklassen. Vizetitel verbuchten bei der C-Jugend Niels Helling und bei der D-Jugend Dominik Schmitt, Florian Scheuer, Cedric Kriz und bei der E-Jugend Paul-Johann Franke. Mit einem dritten Platz kamen auf das Treppchen bei den Aktiven Frank Losmann, bei der D-Jugend Jan Helling und bei der E-Jugend Annika Helling und Lukas Müßig.

Beim Sichtungsturnier des Deutschen Ringer-Bundes im thüringischen Zella-Mehlis im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften im Februar verwies Jenny Singer die gesamte Konkurrenz in der Klasse bis 37 kg souverän auf die Plätze und startete damit überaus erfolgreich in das neue Sportjahr.

Jenny Singer - Deutsche Meisterin im Ringen der weibl. Jugend

Bei den Deutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend in Haslach im Kinzigtal verwies Jenny Singer die Konkurrentinnen in der Klasse bis 37kg auf die Plätze und holte sich ungeschlagen die Goldmedaille vor zahlreich mitgereisten RSC Anhängern. Beim anschließenden Empfang in Laudenbach, dem auch Bürgermeister Lenz und BM Stellvertreter Alois Nickel beiwohnten, wurde Jenny gebührend gefeiert.

RSC Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100 Geburtstag setzen neues Glanzlicht

Wir berichten demnächst...